Diskussion auf sword-devel zu „Free Scriptures“

Diskussion auf sword-devel zu „Free Scriptures“

Beitragvon woschultz » 2014-02-25T09:22:58+00:00

Hallo Stephan,

was ist los die Crosswire-Projektteilnehmer wollen Krieg?

You're new here. The Zefania/Haggai/True Sharp Sword/Free Scriptures
people are not. They've been "competing" with us for over a decade.

Their "competition" consists of ripping off content in violation of
licenses and trolling sword-devel. There's a program somewhere that uses
Zefania as its format, but I don't know that anyone actually uses it.
So, I think we're generally going to ignore them as still irrelevant.


http://www.crosswire.org/pipermail/swor ... 41063.html

#6 denunciation planned by crosswire biblesociety

https://sourceforge.net/p/zefania-sharp/tickets/6/


Hol Popcorn!

Gruß

Wolfgang
woschultz
 
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Re: Diskussion auf sword-devel zu „Free Scriptures“

Beitragvon skreutzer » 2014-02-26T22:52:15+00:00

Mir ist eigentlich ganz und gar nicht nach Popcorn zumute, denn die SWORD-Leute sind immerhin noch diejenigen, die sich bis zu einem gewissen Grad um die digitalen Grundrechte von Computerbenutzern kümmern im Gegensatz zu anderen Projekten, auch wenn sie momentan z.B. unfreie Bibeltexte verbreiten. Ich kenne die Diskussion dazu ziemlich gut, denn wie angedacht und auch von dir vorgeschlagen, habe ich den Start von „Free Scripturesdort und übrigens auch auf open-scriptures.org angekündigt, was aus mir unbekannten Gründen zu den von dir beobachteten Reaktionen geführt hat. Unabhängig davon, dass sich einige der SWORD-Leute sehr unfreundlich mir gegenüber ausdrücken, scheint da auch wenig sachliche Auseinandersetzung stattzufinden, da die Antworten gar nicht auf „Free Scriptures“ oder unsere Projekttätigkeit abzielen, sondern auf das Zefania-XML-Repository. Da selbiges sich aber in der Vergangenheit stets fragwürdig oder unklar verhalten und jetzt erst Recht Grund zur genaueren Untersuchung geliefert hat, sollte doch zumindest die Substanz der von SWORD geäußerten Behauptungen berücksichtigt werden. Da wir erstmal nur genaueres zu den deutschen Bibelübersetzungen in Erfahrung bringen können, wäre für jedes dort bereitgestellte Zefania-XML-Modul herauszufinden, wer es dort wann hochgeladen hat, welchen rechtlichen Status es hat und in welchem qualitativen Zustand es sich befindet. Außerdem würde mich mal brennend interessieren, welche Funktion Tom Baccei auf dem Repository hat. D. A. Courville bist ja offenbar du (war mir vorher auch nicht unbedingt klar).


Ich habe übrigens zwei Wörter in deinem Post sowie den Titel geändert, weil ich herausfordernde Formulierungen in dem Zusammenhang für wenig vorteilhaft oder zielführend halte. Ich denke mal, du hast keine Einwände gegen diese kleine Änderung - ein anderes Wort habe ich drin gelassen als Äußerung der eigenen Meinung, da hierbei sich keine Personen oder Personengruppen persönlich angesprochen fühlen könnten.
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Re: Diskussion auf sword-devel zu „Free Scriptures“

Beitragvon skreutzer » 2014-02-26T23:01:16+00:00

  • Die Neue evangelistische Übersetzung ist urheberrechtlich geschützt, nicht frei lizenziert und wird vom Zefania-Modul-Repository per einfacher, nicht-übertragbarer, eingeschränkter Genehmigung bereitgestellt.
  • Hamp/Stenzel/Kürzinger (offiziell auch "Pattloch-Bibel" genannt) ist urheberrechtlich geschützt und katholisch, die ihre Übersetzungen eigentlich niemandem zugänglich machen außer ihren eigenen Webseiten.
  • Kautzsch/Weizsäcker (Textbibel) ist möglicherweise gemeinfrei.
  • Zürcher Bibel 1931 ist möglicherweise gemeinfrei.
  • Die Volxbibel ist urheberrechtlich geschützt, und obwohl für manche Nutzungen Creative Commons BY-NC-SA angeboten wird, sind andere Nutzungen davon ausgenommen, weshalb die Volxbibel ziemlich unfrei ist. Darüber hinaus behaupte ich mal, dass es sich bei der Volxbibel nicht um eine Bibel handelt.
  • Die Tafelbibel ist möglicherweise gemeinfrei.
  • Die Mengebibel ist möglicherweise gemeinfrei.
  • Leander van Eß ist möglicherweise gemeinfrei.
  • Reinhardt-Evangelien sind möglicherweise gemeinfrei.
  • Riessler/Storr (offiziell auch "Grünewalder" genannt) ist wahrscheinlich noch urheberrechtlich geschützt und katholisch, die ihre Übersetzungen eigentlich niemandem zugänglich machen außer ihren eigenen Webseiten.
  • FreeBible2004 ist urheberrechtlich geschützt und nicht frei lizenziert.
  • Johannes Greber ist möglicherweise noch urheberrechtlich geschützt.
  • Konkordantes NT ist in früheren Ausgaben möglicherweise gemeinfrei, in späteren Ausgaben möglicherweise noch urheberrechtlich geschützt.
  • Interlinearübersetzung - ist das Rita Maria Steurer? Wenn ja, wäre nicht nur die Interlinearübersetzung urheberrechtlich geschützt, sondern evtl. auch der hebräische Text, dessen urheberrechtlicher Schutz dann wohl von der Deutschen Bibelgesellschaft behauptet werden würde, welche in urheberrechtlichen Angelegenheiten international schon für fatale Ergebnisse gesorgt hat.
  • Bengel NT ist möglicherweise gemeinfrei.
  • Albrecht ist möglicherweise gemeinfrei.
  • Alemannische Bibel NT: ich habe nicht die leiseste Ahnung, was das sein soll.
  • Abraham Meister ist urheberrechtlich geschützt, und da ich nicht weiß, worum es sich dabei konkret handelt, gehe ich mal davon aus, dass es unfrei sein wird.
  • Schlachter 1951 mit und ohne Strongs ist urheberrechtlich geschützt und unfrei.
  • Luther 1545 ist möglicherweise gemeinfrei.
  • Luther 1912 ist möglicherweise gemeinfrei. Die Deutsche Bibelgesellschaft hat ausgesagt, dass ihr selbst der Text der Luther 1912 digital nicht vorliegt, was ja auch schonmal recht vielsagend ist.
  • Elberfelder 1905 ist möglicherweise gemeinfrei.

Im Prinzip kann man nun also anfangen, der Reihe nach sowohl die Verantwortlichen des Zefania-Modul-Repositorys als auch die Rechteinhaber oder -verwerter bzw. Rechtsnachfolger anzufragen, wie der rechtliche Status des originalen Textes ist. Das allein hilft aber nur bedingt weiter, denn die Gemeinfreiheit gilt potentiell nur den originalen Text im zeitgenössischen Druck, sodass die qualitative Übereinstimmung festgestellt werden müsste. Diejenigen Bibeltexte, die definitiv der urheberrechtlichen Schutzfrist unterliegen und nicht frei lizenziert wurden, werden evtl. ohne Genehmigung des Rechteinhabers über das Zefania-Modul-Repository verbreitet, was je nach Kläger, Richter, Anwalt, Rechtsraum z.B. auf Unterlassung oder Schadensersatz hinauslaufen könnte, außer eben es liegt eine Genehmigung vor. Ob aber eine Genehmigung vorliegt oder nicht, macht aus unserer Sicht überhaupt keinen Unterschied, denn ob genehmigt oder nicht, wenn der Text nicht frei lizenziert wurde, handelt es sich um die Erlaubnis der einfachen, nicht-übertragbaren Verbreitung, sodass diese Texte für das Projekt „Freie Bibel“ legal nicht genutzt werden können und ebensowenig von allen anderen Nutzern des Textes. Zuletzt gehe ich mal davon aus, dass die Nutzungsbedingungen von SourceForge die Bereitstellung von nicht-offen lizenzierten Werken untersagt, worunter auch alles fallen würde, was lediglich auf eine exklusive Genehmigung hin distributiert wird. Insofern ist das Zefania-Modul-Repository in vielfacher Hinsicht ein echtes Risiko für seine Nutzer anstatt eine Anlaufstelle für frei lizenzierte Bibeltexte, was die dort bereitgestellten deutschen Bibelübersetzungen angeht.
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Re: Diskussion auf sword-devel zu „Free Scriptures“

Beitragvon woschultz » 2014-02-28T10:23:29+00:00

Hallo Stephan,

ich glaube das Thema hat sich erledigt, da nun selbst Tom die Nase voll hat und alle Module in die Mülltonne geklopft hat. Die unsägliche immer gleichen Diskussion über angebliche Urheberrechte und frage den und frage jenen bei uralten Schinken bei denen die Autoren schon mehrere Jahrhunderte tot sind. (Tafel,Leander, Luther u.s.w). Komischerweise ist aber kein einziger Fall bekannt wo jemals irgendwer tatsächlich wegen den Texten Probleme bekommen hat. Es treten immer nur selbsternannte Hüter des Rechtes auf die aberwitzige Behauptungen aufstellen und damit Projekte zerstören. Unglaublichen Schwachsinn kann man erleben einmal war einer da und wollte sicherstellen, dass jedes einzelne Wort rechtmäßig in einem Text steht und darüberhinaus war er der Meinung nach einem Download müsste man das nochmal überprüfen es könnte sich ja etwas verändert haben.

Ich werde jetzt auch erstmal eine Pause einlegen ich habe noch anderes zu tun..

Gruß
Wolfgang
Zuletzt geändert von woschultz am 2014-02-28T12:32:14+00:00, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Diskussion auf sword-devel zu „Free Scriptures“

Beitragvon woschultz » 2014-02-28T11:13:07+00:00

Noch eine Anmerkung:

Tom hatte seinerzeit schon recht keine Diskussionsplattform auf zefania-sharp zu bieten, denn das zieht die Urheberrechtsfetischisten an. Seit mehr als zehn Jahren konnte man dort problemlos Zefania XML module beziehen, warum wohl? Weil alles seine Richtigkeit hatte! Jeder tatsächliche Urheber hätte problemlos Rechtsverletzungen an Sourceforge melden können ist aber nie passiert, warum wohl? Weil es keine Rechtsverletzungen gab! So Typen wie der Kaene haben überhaupt keine Rechte irgendwas zu fordern und das wissen die ansonsten könnten sie mit Leichtigkeit aktiv werden.

http://www.dmca.com/Takedowns.aspx

Dazu müssten Sie aber nachweisen, das sie dazu berechtigt sind. Diskussionen mit hergelaufenen Freizeitjuristen sind Zeitverschwendung und fruchtlos und nicht notwendig. Die Strategie von Crosswire/Kaenne lässt sich wohl eher als Rufmordkampagne im Netz bezeichnen.

Gruß
Wolfgang
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Re: Diskussion auf sword-devel zu „Free Scriptures“

Beitragvon skreutzer » 2014-03-01T09:49:50+00:00

Hallo Wolfgang,

an sich ist das eigentlich ziemlich Schade, da immerhin einige Module wahrscheinlich durchaus freie Texte gewesen sein dürften. Idealerweise hätte das Modul-Repository einfach mit uns und anderen Leuten kooperieren können, um den rechtlichen Status und die Authentizität der Texte zu prüfen und auf diese Weise mit der Zeit eine wirklich garantiert freie Quelle für Bibeltexte zu etablieren. Sofern aber außer dem nun eingestellten Zefania-Modul-Repository keine Alternative zu finden ist, die wenigstens das Potential dazu hätte, müssen wir wohl versuchen, im Rahmen von „Free Scriptures“ etwas derartiges zu organisieren, denn der Bedarf dafür ist zweifellos unvermindert da.


Das Problem bei den „uralten Schinken“ ist, dass diese manchmal neu aufgelegt und nachgedruckt werden. Der reine, textuell unveränderte Nachdruck und die reine, textuell unveränderte Neuauflage legitimieren keinen neuen urheberrechtlichen Schutz des Textes (auch wenn das manche Herausgeber solcher Ausgaben noch so sehr behaupten möchten), aber dafür muss auch erstmal festgestellt werden, dass eine Neuauflage tatsächlich unverändert ist und keine neueren, eigenen Änderungen des Aufbereiters enthält, welche einen neuen urheberrechtlichen Schutz begründen könnten (Nachdrucke sind 1:1 identisch, da kann man das allein schon durch optischen Vergleich feststellen). Genau aus diesem Grund sammeln wir im Rahmen des Projekts „Freie Bibel“ die originalen Drucke, um anhand dieser den originalen, gemeinfreien Text initial überhaupt erst herzustellen oder die Übereinstimmung durch unabhängige, transparente und dokumentierte Prüfung garantieren zu können. Und wenn dies schon für gedruckte Neuauflagen gilt, dann umso mehr für digitale Texte, die viel leichter jederzeit von jedermann geändert werden können.


Es mag sein, dass bei den alten, an sich gemeinfreien Übersetzungen keine oder kaum Fälle vorgekommen sind, bei welchen Verstöße gegen das Urheberrecht behauptet und rechtsgültig geahndet worden sind. Fakt ist aber auch, dass so gut wie alle Neuauflagen alter Texte explizit behaupten und mir noch nie ein Nachdruck oder eine Neuauflage begegnet ist, in welcher ausdrücklich steht, dass der Text gemeinfrei ist und womöglich auch die rein mechanische Aufbereitung keinen neuen Rechtsanspruch begründet. Jetzt ist es in der Praxis so, dass es wohl meistens zu einer außergerichtlichen Einigung (meistens Unterlassungserklärung) kommen dürfte, denn die wenigsten Webseitenbetreiber o.ä. können es sich leisten, gegen die Rechtsabteilung eines Verlages anzugehen. Dementsprechend sind tatsächliche Urteile erstens nicht besonders häufig, und zweitens gelangen auch außergerichtliche Einigungen nicht unbedingt ans Licht der Öffentlichkeit. Wir sollten allerdings im Rahmen der Projekte „Freie Bibel“ und „Free Scriptures“ (d.h. auch international) alle Vorfälle dokumentieren, welche gegenwärtig nur verstreut und gelegentlich mal öffentlich bekannt werden. Unserem Projekt kommt in diesem Zusammenhang aber auch eine sehr wichtige Aufgabe zu: indem wir den originalen gemeinfreien Text mit einer Neuauflage vergleichen und transparent „Beweise“ für die Übereinstimmung liefern, kann für Neuauflagen sicher ausgesagt werden, dass diese entweder den Text verändert haben oder alternativ keinen urheberrechtlichen Schutz genießen. Diese empirisch gesammelten Informationen helfen, den Status der Gemeinfreiheit effektiv gegen die Behauptungen der Herausgeber von Neuauflagen zu verteidigen, sodass jedermann keine Beschuldigung hinsichtlich einer Urheberrechtsverletzung mehr zu fürchten braucht und verlässlich in den Genuss der Gemeinfreiheit kommt. Insofern könnte man auch an moderne, „digitale Masoreten“ denken, welche die Sammlung, den Abgleich, die Dokumentierung und die Überlieferung des Bibeltextes in unserer heutigen Zeit betreiben. Freilich ist das ein aufwändiges Unterfangen, da heute viel mehr Texte (auch Übersetzungen) vorliegen als in früheren Tagen, jedoch haben wir auch allerlei geeignete Werkzeuge, welche diese Aufgabe enorm erleichtern.


Einzelne Wörter sind urheberrechtlich komplett irrelevant, aber sobald diese gehäuft in bestimmter Art und Weise eingesetzt werden, können Wortkombinationen (= Texte) urheberrechtlichen Schutz begründen. Wörter sind eher beim Markenrecht relevant, aber das wird in unserem Fall wohl weniger zutreffen. Die Überprüfung einzelner Wörter ist also nicht rechtlich von Belang, dafür aber für die Korrektheit des Textes. Wenn ich korrekturlese, vergleiche ich zwar nicht einzelne Buchstaben, aber immerhin einzelne Wortsilben, und ich halte das nicht für schwachsinnig, sondern für notwendig. Die Überprüfung nach einem Download macht aber tatsächlich keinen Sinn, da man heutzutage Werkzeuge hat (diff-Tools), die den automatischen textuellen Vergleich von zwei Dateien ermöglichen, sodass man im Grunde verschiedene voneinander abweichende Versionen mit Leichtigkeit identifizieren kann und sich dabei an die Quellen seines Vertrauens oder auf eigene Dateibestände hält. Ferner kann man eine Hash-Summe (Checksumme) für die Dateien berechnen lassen, sodass selbst die kleinste Änderung sofort festgestellt werden kann, wenn die lokale Berechnung einer heruntergeladenen Datei zu einem anderen Ergebnis führt.


Bezüglich Diskussionsplattformen: da wir ja eine anbieten und sogar unregistrierten Besuchern Schreibrechte gewähren, besteht natürlich jederzeit die Möglichkeit, dass sich auch Leute zu Wort melden, die ganz andere Standpunkte vertreten, womöglich gar im Widerspruch zu unseren Projektzielen. Nun, ich schätze mal, dass wir das in Kauf nehmen, sofern Aussagen nicht grob und offensichtlich falsch sind oder sie zu fragwürdiger oder kontraproduktiver Praxis aufrufen. Abseits dessen wollen wir aber eigentlich schon den Austausch fördern, und zwar, indem kontroverse Themen offen diskutiert werden, damit sich die potentiell beste Lösung herauskristallisieren kann oder alternativ deutlich wird, wer welche Ziele verfolgt und ob diese kompatibel sind. Außerdem kann man sich selbst ja auch im Irrtum befinden, und über die Zeit kann sich durchaus auch mal die eigene Einschätzung ändern. Oftmals werden die Diskussionen ohnehin geführt, und zwar privat, weswegen man mit einem Forum gleich die breite Öffentlichkeit mitbeteiligen kann an den eigenen Überlegungen.


Bezüglich „Urheberrechtsfetischisten“ (was auch immer das sein soll): jeder, der Grund zu der Annahme hat, dass eine Urheberrechtsverletzung vorliegt und diese meldet, bietet eine Möglichkeit, einer tatsächlichen Klage zu entgehen. Dabei können entweder von der einen Partei die Bedenken zerstreut werden, indem die urheberrechtliche Unbedenklichkeit aufgezeigt wird, oder aber die andere Partei erhärtet den Verdacht, indem Hinweise auf eine bestehende, nicht abgelaufene Schutzfrist aufgeführt werden. Freilich kann man solche Meldungen ignorieren, was aber keine so gute Idee ist, denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, und nach der Meldung ist man in jedem Fall bereits informiert worden, was vor Gericht dann als wissentliche Urheberrechtsverletzung ausgelegt werden könnte. Auch hilft es wenig, einfach keine Möglichkeit zur Meldung eines solchen Verdachts vorzusehen, denn ein Richter wird wohl zu bewerten wissen, ob man sich allgemein Mühe gegeben hat, die verschiedenen Rechtsansprüche zu beachten, oder ob man deren Verletzung absichtlich oder stillschweigend in Kauf genommen hat. Dies hat auch deshalb noch eine verstärkte Brisanz, da neben unbeteiligten Privatpersonen, welche nicht selbst Urheber des Werkes sind, auch der wirkliche Rechteeigentümer oder -Verwerter von sich aus auf den Verstoß aufmerksam werden könnte, oder aber von anderen Leuten, welche sich über den urheberrechtlichen Status des Werkes auf der Webseite des Distributors erkundigen möchten, selbigen auf den potentiellen Verstoß absichtlich oder unabsichtlich hinweisen.


Auch wenn bisher beim Zefania-Modul-Repository keine Beschwerden von Urhebern eingegangen sind, heißt das nicht, dass sie nicht in der Zukunft eingehen könnten. Unser Anliegen ist dabei, allein schon die Möglichkeit dazu zu eliminieren, indem wir uns auf garantiert gemeinfreie und frei lizenzierte Bibeltexte beschränken. Wir können es uns nicht leisten, unsere Benutzer diesem Risiko auszusetzen, nur weil wir uns nicht groß um den urheberrechtlichen Status scheren, sodass bei einem Urheber oder Rechteverwerter, der es darauf anlegt, sowohl wir als auch alle unsere Nutzer die rechtlichen Konsequenzen zu tragen hätten.


Dass sich kein Urheber oder Rechteverwerter gemeldet hat, hat damit zu tun, dass zumindest manche Übersetzer und Verlage sich davor hüten, jemanden wegen der Verbreitung des Bibeltextes abzumahnen/anzuklagen, und sei es auch nur, weil dies die Akzeptanz des Produkts und damit die Anzahl der Verkäufe negativ beeinflussen würde. Dies trifft aber nicht auf jeden Übersetzer und Verlag zu, zum Teil gibt es hier relativ aggressiv agierende Rechteverwerter. Zusätzlich hat es das Zefania-Modul-Repository Urhebern und Rechteverwertern ja nicht gerade einfach gemacht, mit den verantwortlichen Betreibern in Kontakt zu treten. Eine Hürde ist dabei die SourceForge-Webseite, eine andere die möglicherweise notwendige internationale Abwicklung (über das internationale Urheberrecht statt über ein nationales), eine dritte die Erschwernis, die postalische Anschrift der verantwortlichen Person(en) herauszufinden. Wir werden mit den „Free Scriptures Language Teams“ dafür sorgen, dass eine Abwicklung über nationales Urheberrecht erfolgen kann, indem selbige Language Teams für die Rechtmäßigkeit der erarbeiteten und bereitgestellten Texte selbst verantwortlich und auch haftbar sind, so wie wir das z.B. gegenwärtig für die deutschsprachigen Übersetzungen sind.


Dass es durch das Zefania-Modul-Repository keine Rechtsverletzungen gab, halte ich nicht für sehr wahrscheinlich, denn wie sich jetzt erst gezeigt hat, bestand die ganze Argumentation darauf, dass noch keine Rechtsverletzung zu rechtlichen Konsequenzen geführt hat, anstatt die urheberrechtliche Unbedenklichkeit konkret zu belegen. Solange also nicht die rechtliche Unbedenklichkeit gründlich aufgezeigt wird, muss eigentlich von der rechtlichen Bedenklichkeit ausgegangen werden. Mindestens jedoch hätte, wenn manche Texte mit Genehmigung (jedoch trotzdem unfrei) verbreitet worden wären, eine eben solche Genehmigung angeführt werden können, und diese Behauptung hätte man ggf. beim Urheber oder Rechteverwerter gegenprüfen können. Allerdings wurde stattdessen für einen Fall behauptet, dass andere Webseiten die Genehmigung wohl hätten, und daraus unzulässigerweise das Recht abgeleitet, dass man dann ebenfalls den Text weiterverbreiten dürfe, was so aber keinesfalls gegeben ist. Wobei ich es immer für schwierig halte, sich mit den rechtlichen Verhältnissen anderer Länder zu beschäftigen, aber wenigstens hätten wir für die deutschen Übersetzungen (siehe Liste oben) eine Überprüfung durchführen können, was wir ohnehin hätten tun müssen, wenn wir Texte aus dem Zefania-Modul-Repository für „Freie Bibel“ hätten nutzen wollen.


Die DMCA-Takedown-Seite behauptet groben Unfug, denn man kann digitale Güter oder sog. „geistiges Eigentum“ nicht stehlen - wenn jemand eine Kopie anfertigt, geht das Original dem ursprünglichen Besitzer nicht verloren. Reine Propaganda der Rechteverwerter-Lobby.


Die CrossWire Bible Society ist durchaus wohl nicht Urheber einiger durch sie angebotenen Texte, sondern verbreitet diese per Genehmigung. Jetzt basieren deren Anschuldigungen vermutlich in erster Linie darauf, dass sie sich nicht vorstellen können, dass das Zefania-Modul-Repository ebenfalls eine Genehmigung vom eigentlichen Urheber erhalten hat (was auch seitens des Zefania-Modul-Repositorys nicht gerade nahegelegt wurde). Gleichzeitig ist aber davon auszugehen, dass die CrossWire Bible Society in Kontakt mit den Urhebern oder Rechteverwertern steht, welche die Genehmigung an CrossWire erteilt haben. Von daher kann CrossWire zwar nicht selbst einen Rechteverstoß geltend machen, aber möglicherweise den eigentlichen Urheber dazu veranlassen, sofern dieser erreichbar und willens dazu ist.


Vielleicht noch eine kleine allgemeine Ergänzung: wir wollen darauf hinwirken, dass idealerweise ausschließlich gemeinfreie und frei lizenzierte Bibeltexte verwendet und die unfreien, genehmigungsabhängigen Angebote ignoriert und abgelehnt werden, da eine solche Veröffentlichungspolitik zur Unterstützung von längst hinfälligen Geschäftsmodellen Individuen und Organisationen effektiv daran hindert, den Bibeltext zum größtmöglichen Nutzen zu gebrauchen, was nicht allein ethisch verwerflich ist, sondern auch gegen die Aussagen der Bibel selbst verstößt.


Noch eine weitere, kleine Anmerkung: Ich hoffe, dass Tom Baccei sich jetzt nicht irgendwie persönlich angegriffen fühlt, denn sehr gerne würden wir natürlich weiter an freien Bibeltexten und deren Bereitstellung arbeiten. Ganz generell gibt es unvermindert weiterhin viel auf diesem Gebiet zu tun, eben genau die Überprüfung, Korrektur und Verbreitung bestehender digitaler Bibeltexte, aber auch die Definition des Zefania-2014-Schemas sowie die Entwicklung von Software, welche diesen Standard verwendet. Ich habe noch nicht nachgeschaut, ob man auf SourceForge anderen Benutzern Nachrichten schreiben kann, aber vielleicht stehst du ohnehin mit ihm in Kontakt.



Grüße,
Stephan
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Re: Diskussion auf sword-devel zu „Free Scriptures“

Beitragvon skreutzer » 2014-03-01T14:06:15+00:00

Und wer hostet denn jetzt neuerdings die Zefania-Module auf Google-Drive? Alles dort wurde gestern Nacht hochgeladen...
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Re: Diskussion auf sword-devel zu „Free Scriptures“

Beitragvon woschultz » 2014-03-01T14:32:42+00:00

Als Streisand-Effekt wird ein Phänomen bezeichnet, wonach der Versuch, eine unliebsame Information zu unterdrücken oder entfernen zu lassen, öffentliche Aufmerksamkeit nach sich zieht und dadurch das Gegenteil erreicht wird, nämlich dass die Information einem noch größeren Personenkreis bekannt wird.


https://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt



Gruß
Wolfgang

PS: Ich habe deinen gigantischen Text weiter oben gelesen ich werde darüber nachdenken :-)
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Re: Diskussion auf sword-devel zu „Free Scriptures“

Beitragvon skreutzer » 2014-03-01T14:37:14+00:00

Was soll der Streisand-Effekt damit zu tun haben? Welche Information unliebsam für wen, und vor allem: wie soll da der Streisand-Effekt eine Rolle spielen, wenn es die Information erst seit gestern Nacht gibt? Da besteht ja kein großes Potential, dass diese Kopie jetzt groß bekannt geworden wäre seitdem. Weißt du, wer die Dateien hostet? Ist das evtl. dein eigenes Google-Drive?
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Re: Diskussion auf sword-devel zu „Free Scriptures“

Beitragvon skreutzer » 2014-03-01T16:08:57+00:00

Oder um nochmal das Thema der rechtlich fragwürdigen Bibeltexte aus der Perspektive der Projektziele von „Freie Bibel“ und „Free Scriptures“ zu betrachten: zunächst können wir keine urheberrechtlich geschützten Bibeltexte, die restriktiv lizenziert sind, selbst verbreiten, da auch nur eine einzelne erfolgreiche Klage den verantwortlichen Hoster eines Language-Teams nachhaltig schädigen kann, bis hin zu Schadensersatzansprüchen oder in manchen Ländern auch mehrjährige Gefängnisstrafen. Ferner ist bei einer tatsächlichen Urheberrechtsverletzung ein Image-Verlust zu befürchten, welcher sich auch negativ auf die anderen, frei lizenzierten und gemeinfreien Texte auswirken könnte. Aber auch, wenn wir selbst nicht betroffen wären, so würden wir alle unsere Nutzer diesem Risiko aussetzen. Nun, für reine Endnutzer und reine Leser eines Bibeltextes über ein Bibelprogramm etwa spielt das keine große Rolle, da in etlichen Rechtsräumen ein Recht auf Privatkopie besteht, oder z.B. auch im US-Recht das sog. „Fair Use“. Jetzt ist es aber so, dass wir auch Print-Veröffentlichungen fördern oder Webseiten bedienen, wo erstens der Herausgeber eines Textes im Gegensatz zu Nutzern eines Computerprogramms mit Leichtigkeit ermittelt werden und zweitens ein rechtliches Vorgehen gegen einen solchen ihn ohne Weiteres an der Fortsetzung der Textdistribution hindern kann, von den persönlichen Konsequenzen mal abgesehen.


Aber auch, wenn eine rechtmäßige Verbreitung eines Bibeltextes durch ausdrückliche Genehmigung eines Urhebers oder Rechteverwerters an sich für uns möglich wäre, so lehnen wir diese Genehmigung ab, wenn sie nicht auf unsere Nutzer übertragbar ist, sprich: wenn der Bibeltext nicht frei lizenziert ist. Da unser Projekt keine juristische Person öffentlichen Rechts ist, sondern aus eigenverantwortlich handelnden natürlichen Personen besteht, die lediglich miteinander kooperieren, bestünde zunächst einmal von vornherein kein einheitlicher Lizenznehmer, welchem diese Genehmigung zufriedenstellend erteilt werden könnte, da zu jedem Zeitpunkt Personen den eigenverantwortlichen Umgang mit den Texten innerhalb und außerhalb des Projekts beginnen können und auch können dürfen sollen. Überdies müssen wir gegenüber gänzlich externen Personen sicherstellen, dass diesen ebenfalls alle erforderlichen digitalen Freiheiten zukommen, um diese nicht vom größtmöglichen Nutzen durch künstliche rechtliche Beschränkungen auszuschließen, was verheerende Folgen haben kann im Hinblick auf allerlei unterlassene und verhinderte Projekte.


Wenn wir also einen restriktiv lizenzierten Bibeltext per exklusiver Genehmigung verbreiten würden, müssten wir zu unseren Nutzern, welche den von uns bereitgestellten Bibeltext über das Recht auf Privatkopie hinaus verwenden wollen, gezwungenermaßen mitteilen, dass wir rechtlich gar nicht in der Lage sind, ihnen diese Genehmigung zu erteilen, sondern beim Urheber oder Rechteverwerter wiederum für eine individuelle, nicht-übertragbare Genehmigung angefragt werden muss. Ob ein Nutzer diese Genehmigung dann aber vom Urheber oder Rechteverwerter tatsächlich erhält, hängt von dessen Gutdünken oder von zu erfüllenden Bedingungen ab, oder aber der Urheber kann evtl. nicht mehr erreicht werden, oder antwortet nicht, oder lehnt die Anfrage einfach ab. All dies ist höchst inakzeptabel und ethisch verwerflich, denn technisch könnte die angedachte Nutzung problemlos umgesetzt werden.


Aber steht diese Projekt-Politik denn nicht im Widerspruch zu dem Anliegen, Bibeltexte möglichst zugänglich zu machen? Sollte denn das Urheberrecht nicht einfach ignoriert werden, da die Verbreitung der Bibel ein viel wichtigeres Ziel ist? Kann denn nicht auch der Bereitstellung eines Bibeltextes per ausdrücklicher, ausschließlicher, nicht-übertragbarer Genehmigung zugestimmt werden – Hauptsache, die Bibel wird gelesen? Mitnichten, denn illegal oder per Genehmigung distributierte Bibeltexte stellen ein großes Risiko für ihre Verbreiter dar, welche auf diese Weise einen willkommenen Anlass für die strafrechtliche Verfolgung bieten, um diese an der Fortsetzung ihrer Tätigkeit zu hindern. Dies muss nicht unbedingt durch den eigentlichen Urheber oder Rechteverwerter als Kläger geschehen, sondern evtl. durch die Staatsanwaltschaft. Ein illegal distributierter Bibeltext führt ganz genauso wie ein per Genehmigung bereitgestellter Bibeltext zu einer Kette von Urheberrechtsverletzungen, welche sich mit jeder Kopie und Re-Distribution einfach immer weiter fortsetzt. Im Gegensatz zu einem von vornherein illegal distributierten (d.h. vom eigentlichen Urheber oder Rechteverwerter kopierten) Text stellt ein per exklusiver Genehmigung bereitgestellter Text lediglich einen späteren Einstiegspunkt für die illegale Verbreitungskette dar, denn die per Genehmigung bereitstellende Partei kann von sich aus gar keine Weiterverbreitungsrechte einräumen, sodass sie zur illegalen Verbreitung geradezu einlädt.


Insofern würde für die künstlich rechtlich illegalisierte Bibelverbreitung völlig unnötigerweise ein sehr hoher Preis bezahlt werden müssen, nur um die veralteten, hinfälligen und unethischen Geschäftsmodelle rückwärtsgewandter Rechteverwerter weiterhin fortbestehen zu lassen. Wir wollen uns nicht auf Kosten und auf dem Rücken unbescholtener Nutzer und deren digitaler Grundrechte für den zweifelhaften Vorteil eines größeren Bibeltext-Angebots an derartigen Praktiken beteiligen, nur weil wir selbst rechtlich nicht dafür belangt werden können, jedermann sonst aber den rechtlichen Konsequenzen mutwillig ausgesetzt wird. Die Vorstellung, dass durch eine solche Haltung insgesamt weniger Bibeltexte zu lesen sein würden, ist grundfalsch und beruht auf dem Missverständnis, dass die restriktiv lizenzierten Bibeltexte besonders lesbar wären – das sind sie nämlich nicht, sondern nur für einen eingeschränkten Personenkreis. Eine viel größere Verbreitung könnte durch eine freie Lizenzierung erreicht werden, indem jedermann den Bibeltext überall verbreiten dürfte, und er nicht nur an einigen wenigen ausgewählten Stellen zu besonderen Konditionen. Insofern steht die restriktive Lizenzierung auch in direktem Widerspruch zu dem angeblichen Anliegen der Rechteverwerter, die Bibel verbreiten zu wollen.


Daher ist es unser Ziel, frei lizenzierte Alternativen zu fördern und zu verbreiten (gemeinfreie Texte eingeschlossen), und die restriktiv lizenzierten Bibeltexte komplett zu ignorieren, von ihrem Gebrauch im digitalen Kontext dringend abzuraten und ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass die Ablehnung einer freien Lizenzierung immer auch bedeutet, dass jemandem aktiv der Zugang zum Bibeltext verwehrt werden soll und auch effektiv wird, denn sonst bräuchte es ja offensichtlich auch keine einschränkenden Lizenzbedingungen. Bei modernen Bibelübersetzungen ist es dabei auch oft so, dass die Übersetzer sich wenig mit dem Urheberrecht auskennen und meinen, dass sie eine Verbreitung ihres Textes nur dadurch bewerkstelligen können, wenn sie selbigen über einen Verlag veröffentlichen, der dann allerdings traditionell die exklusive Übertragung der Nutzungsrechte fordert, sodass am Ende weder der Übersetzer selbst noch andere Verlage noch freie Projekte noch diverse christliche Organisationen noch allerlei Privatpersonen mehr in der Lage sind, den Text für ihren eigenen jeweiligen Kontext legal zu nutzen, außer eben in vollständiger Abhängigkeit von den produktstrategischen Entscheidungen des gewählten Verlags.


Mit aus diesen Gründen wirken wir darauf hin, insbesondere Übersetzern eine ethische Alternative für die Veröffentlichung und Verbreitung ihrer Texte zu bieten, welche über eine freie Lizenzierung auch die digitalen Grundrechte aller Nutzer berücksichtigt. Ein wichtiger Teil davon ist die Aufbereitung von rohem Text zu Druckvorlagen. Über das Print-on-Demand-Verfahren ist heutzutage überdies auch die eigenständige Publikation von gedruckten Exemplaren, evtl. gar als gebundenes Hardcover ohne die Notwendigkeit einer Vorfinanzierung möglich. Sowohl E-Books, die wir ebenfalls bereits jetzt schon aufbereiten, als auch gedruckte Exemplare können direkt über Online-Shops an Endkunden vertrieben werden, sodass auch die gesamte Abwicklung der Logistik entfällt. Ein Verlag kann im Gegensatz zu unseren Methoden eigentlich nur noch ein Lektorat und Marketing bieten, was man aber auch ohne die restriktiven Bedingungen eines Verlagsvertrags als externe Dienstleistung in Anspruch nehmen kann.


Um einem potentiellen Missverständnis gleich mit vorzubeugen: wir sind nicht gegen die finanzielle Kompensierung resultierend aus der Bibelherstellung und -verbreitung, sondern dagegen, dass digitale Freiheiten nicht gewährt werden. Es ist völlig legitim, für die Übersetzungstätigkeit und andere Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Erarbeitung des Bibeltextes Geld zu verlangen. Es ist völlig legitim, für die initiale Veröffentlichung des Bibeltextes Geld zu verlangen. Es ist nicht legitim, irgend jemandem, der den Bibeltext erhalten hat, digitale Freiheiten vorzuenthalten – ganz gleich, ob ihm der Text gegen Entgelt oder unentgeltlich überlassen wurde und ganz gleich, ob dieser seinerseits wiederum Anderen den Text entgeltlich oder unentgeltlich überlässt. Es ist völlig legitim, gedruckte Exemplare oder digitale Versionen des Bibeltextes kommerziell zu vertreiben, es ist nicht legitim, Andere an der kommerziellen oder kostenlosen Verbreitung des Textes, gedruckt oder digital, zu hindern. In der Praxis wird dies dazu führen, dass man für die Herstellung von Werken bezahlt, zunächst für den an sich immateriellen und dann auch digitalen Text vor der ersten Veröffentlichung, und weiterhin für die Herstellung von physischen, gedruckten Exemplaren, aber nicht für die digitale Zugänglichmachung. Digitale Zugänglichmachung ist mittlerweile nämlich für jedermann ohne die geringsten Kosten technisch problemlos möglich, und dafür Geld zu verlangen, ist ein äußerst fragwürdiges Geschäftsmodell, denn ein Anbieter dieser Art hat nämlich überhaupt erst künstlich dafür gesorgt, dass ein Werk technisch schwieriger zugänglich ist und/oder rechtlich nicht genutzt werden darf, selbst wenn es technisch möglich wäre. Insofern bezahlt und belohnt man einen solchen Anbieter letztendlich für den Akt der künstlichen Verknappung. Wieviel wann von wem kopiert und verbreitet wird mit unseren längst alltäglichen digitalen Kopiermaschinen allüberall, steht in keinerlei Verbindung mit dem Aufwand, der für die initiale Erstellung des Textes getrieben werden musste. Von daher ist die fortwährende Vergütung von Arbeit, die in der Vergangenheit längst geleistet wurde, von ihrer Kompensierung gänzlich entkoppelt. Wenn ein Verlag mit überholtem Geschäftsmodell viele Exemplare verkauft, wird er ungerechterweise mehrfach für die dieselbe, einfach geleistete Arbeit kompensiert, für welche alle Käufer jeweils individuell bezahlen müssen, was natürlich dementsprechend auch das Hauptziel der Verlage ist und zu restriktivster Einschränkung der Nutzungsrechte führt. Wenn ein Verlag mit überholtem Geschäftsmodell wenig Exemplare verkauft, kann er die getätigte Investition in Form des Autorenhonorars nicht wieder hereinholen und überdies geht die ohnehin geleistete Arbeit überall dort verloren, wo Leute aufgrund eines hohen Preises diesen nicht zu zahlen bereit sind. Ein neuartiges, modernes Geschäftsmodell sieht vor, in erster Linie für tatsächlich geleistete Arbeit und tatsächlich entstandene Kosten Geld zu verlangen. Das Kopieren einer Datei verursacht keine Kosten und sollte daher auch nicht mehr länger kompensiert werden müssen durch rechtliche Zwänge (wo die Lobbyarbeit der Rechteverwerter zu einer Pervertierung des Urheberrechts geführt haben) oder durch technische Erpressung (eigentlich irrelevant, da es keinen technisch wirksamen Schutz gibt, der nicht auch wieder aufgehoben werden könnte).


Falls dieser Post oder auch der gesamte Thread zu lang ist, um stationär vor dem Rechner-Bildschirm gelesen zu werden – wäre es eine Hilfe, ihn als EPUB2 zum mobilen Offline-Lesen auf E-Book-Lesegeräten bereitzustellen?
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